St. Elisabeth

St. Elisabeth, Neuss-Reuschenberg
Anfang der dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts legte die Stadt Neuss „Am Schlagbaum“ die Mustersiedlung Reuschen­berg fest. Im Jahre 1939 wurde der neuernannte geistliche Leiter des zu bildenden Rektorats St. Elisabeth in sein Amt eingeführt. Bereits 1938 hatte Dombaumeister D. Böhm den Plan für eine Kirche vorgelegt. Eine Kirche zu bauen war jedoch in der NS-Zeit verboten. Reuschenberg sollte ein „Dorf ohne Gott“ sein. Nach seiner berühmten Männerpredigt im Quirinus-Münster kam Rektor Franz Doppelfeld 1941 ins Konzentrationslager Dachau; von dort aus geriet er 1944 in russische Gefangenschaft. Sie dauerte bis Ende 1949.

Nach seiner Entlassung nahm Franz Doppelfeld mit einem Mit-gefangenen aus der Zeit im Ural, dem Limburger Dombaumeister Fritz J. Broer, die bereits in der Gefangenschaft begonnene Planung einer Pfarrkirche neu in Angriff. Im Jahre 1950 begannen sie mit dem Bau und bereits am 21. Oktober 1951 konnte Josef Kardinal Frings die St.-Elisabeth-Kirche konsekrieren.

Sie ist eine Hallenkirche mit einer gewölbten Holzdecke, erhöhtem Chor und darunter liegender Krypta. Der Bau besteht aus geschlemmten Klinkern und ist mit einem Satteldach gedeckt, in das der Glockenturm mit seinen 5 Glocken eingeschnitten ist.

Fenster und Orgel stammen aus der Bauzeit. Das hervorragende Hochkreuz im Mittelpunkt der Kirche sowie den Kreuzweg und den Taufbrunnen hat der bekannte Neusser Künstler Hein Minkenberg gestaltet. – In der Fastenzeit verdeckt ein von J.Doppelfeld, einem Bruder des ersten Pfarrers, entworfenes Hungertuch, eine Arbeit des damaligen Paramentenkreises der Gemeinde, das Kreuz.

Im Jahre 1981 wurde eine Tageskapelle im hinteren Teil der Kirche eingerichtet, für die F. Denecke das kunstvolle Gitterwerk gestaltete. Auch den Osterkerzenständer hat er hergestellt. – Seit dem Jahre 1994 schmückt eine Elisabeth-Statue – von dem Gemeindemitglied Hans Conrads aus Spessart-Eiche geschnitzt – die Pfarrkirche.