Wevelinghovener Seniorinnen und Senioren auf Wallfahrt in Kevelaer

12.08.2022

Gisela Knelleken, Peter Meurer, Christa Richter und Barbara Dischler in Kevelaer.

Vorfreude liegt in der Luft, als sich die Gruppe von 21 Seniorinnen und Senioren samt Begleitung ihren Weg durch die schnurgerade Einkaufsstraße von Kevelaer bahnt, an deren Ende schon der spitze backsteinerne Kirchturm der Basilika St. Marien zu sehen ist. Drei Senioreneinrichtungen der St.-Augustinus-Gruppe haben sich zusammengetan und eine gemeinsame Wallfahrt nach Kevelaer organisiert.

Marion Mertens, Verwaltungskraft bei der Seniorenhilfe der St.-Augustinus-Gruppe und Begleiterin in der Seelsorge, ist froh, den Seniorinnen und Senioren auch in dieser Lebensphase noch etwas Neues bieten zu können. „Einige dachten vielleicht, sie kommen nie wieder hier her. Dieser Ausflug zeigt aber, dass in der Senioreneinrichtung nicht Schluss ist mit Aktivitäten und auch mit neuen Erfahrungen.“

Barbara Dischler, Mieterin in einer der drei Senioreneinrichtungen, ist die Wallfahrtsstadt wie vielen anderen aus der Gruppe nicht fremd. Die 83-Jährige ist früher oft aus Wevelinghoven für ganze Wochenenden mit ihrer Nachbarin hergekommen, um die Basilika und die samstägliche Lichterprozession zu besuchen. In diesem Rahmen ist es für sie nun aber das erste Mal: So wird sie nicht nur von drei Nachbarn aus dem Haus St. Martinus in Wevelinghoven begleitet, sondern auch von Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Josef Haus in Solingen und dem Theresienheim in Dülken.

Kaum hat die Gruppe den gepflasterten Vorplatz der Basilika erreicht, beginnen auch schon die Glocken zu tönen, um mit ihrem Läuten die Wallfahrer zum Gottesdienst zu rufen. Zu Beginn der Andacht werden die drei Senioreneinrichtungen namentlich begrüßt.

Nach dem Gottesdienst – zwischen gluckernden Kaffeekannen und klapperndem Geschirr – unterhalten sich die Seniorinnen und Senioren im Café Goldener Löwe angeregt. „Die Kirche ist der Wahnsinn“, bekundet Gisela Knelleken. Peter Meurer erinnert sich an seine ersten Besuche in Kevelaer nach dem Krieg. „Damals haben wir uns das Kaffeepulver selbst mitgebracht, es gab ja keins, und im Café musste man dann nur das Wasser bezahlen“, erzählt er schmunzelnd.

„Bei unseren Aktivitäten und Angeboten geht es nicht nur darum, alte Erinnerungen zu aktivieren“, sagt Marion Mertens. „Wir wollen vor allem neue Impulse setzen und den Menschen, die sich uns anvertrauen, auch in dieser Phase möglichst viel Lebensqualität geben.“