St. Martinus Holzheim: Trauer um Pfarrer Josef Ring

Josef Ring, langjähriger Pfarrer der Gemeinde St. Martinus in Holzheim, ist verstorben. Foto: TZ

Die katholische Gemeinde St. Martinus in Holzheim und der Seelsorgebereich Neuss-West/Korschenbroich trauern um ihren langjährigen Pfarrer Josef Ring. Der beliebte Geistliche verstarb im Neusser Johanna-Etienne-Krankenhaus und wird auf dem Friedhof in Holzheim beerdigt werden. „Josef Ring hat unseren Gemeinden weit über seine Pensionsgrenze hinaus mit Rat, Tat und der Feier von Gottesdiensten zur Seite gestanden. Für sein unermüdliches Wirken gilt ihm unser tiefer Dank“, so Michael Tewes, der leitende Pfarrer.

Josef Ring erblickte 1937 in Düsseldorf das Licht der Welt, hat am Erzbischöflichen Abendgymnasium in Neuss das Abitur bestanden, in Bonn und Innsbruck Theologie studiert und empfing 1967 von Erzbischof Josef Kardinal Frings in Köln die Priesterweihe. Er war jeweils sechs Jahre Kaplan in Weckhoven und Stadtjugendseelsorger in Bonn, ehe er 1979 nach Holzheim kam, wo er zuletzt in seinem Haus an der Berliner Straße wohnte. Später kamen die Kirchengemeinden in Reuschenberg und Grefrath zu seinem Wirkungsbereich hinzu. 2007 ging Ring in den Ruhestand, was ihn nicht daran hinderte, weitere zahlreiche Messen zu feiern.

Dem Seelsorger lag die Kinder- und Jugendarbeit ebenso stets am Herzen wie die Partnerschaft mit Kitanda in Tansania, die Begegnung im Landhaus Steffeln in der Eifel und die Existenz lebendiger Gemeinden mit möglichst vielen selbständig arbeitenden Ehrenamtlern. Ring mochte das Lesen und Reisen, war ein bekennender Anhänger von Papst Franziskus und wünschte der Kirche anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums 2017 „mehr Offenheit, weniger Richtlinien und mehr Impulse für die Ökumene“.

Er war kein „weichgespülter“, angepasster Pfarrer und schrieb zum Jubiläum mit zehn weiteren Priestern im Ruhestand einen Brandbrief „in großer Sorge um den Glauben und das Gemeindeleben“ an den Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki. Darin brachten die Geistlichen ihre Kritik an verkrusteten Strukturen in der Kirche zum Ausdruck, die heute aktueller denn je erscheint. Die Holzheimer und viele andere Christen im Umland werden Josef Ring ein ehrendes Andenken bewahren.