Neuenhovener Fest: Oktav findet wegen Corona in einer reduzierten Form statt

In Neuenhoven bei Jüchen werden die 14 Nothelfer verehrt. Foto: TZ
In Neuenhoven bei Jüchen werden die 14 Nothelfer verehrt. Foto: TZ

Die Gemeinschaft der Gemeinden in Jüchen lädt vom 4. bis zum 12. Juli zum „Neuenhovener Fest“ ein, zu dem alljährlich auch zahlreiche Gläubige aus dem Kreisdekanat Neuss kommen. In diesem Jahr wird die Wallfahrtsoktav wegen Corona aber in einer stark reduzierten Form stattfinden müssen. Die deutschen Bistümer haben sämtliche Wallfahrten bis mindestens zum 31. August abgesagt.

Das heißt konkret: Zum Fest wird am Sonntag, 5. Juli, um 10.45 Uhr eine Messe in der Neuenhovener Wallfahrtskirche gefeiert, an der allerdings gemäß der aktuellen Regelung nur 20 Personen teilnehmen können. Während der gesamten Oktav wird die Kirche täglich von 9 bis 18 Uhr zum stillen Gebet für Einzelpilger geöffnet sein. Geistliche Impulse liegen in gedruckter Form zum Mitnehmen aus. Ein kleiner Hinweis schon jetzt: Das Neuenhovener Fest wird im kommenden Jahr (hoffentlich in gewohnter Form) vom 3. bis 11. Juli stattfinden.

„Die Anbetung der 14 Nothelfer als Gruppe kam schon im Mittelalter auf. Zu dieser Zeit wurden viele Wallfahrtsstätten für die Nothelfer eingerichtet", so Ulrich Clancett, Pfarrer der Gemeinschaft der Gemeinden in Jüchen. Ein Beleg für das Neuenhovener Fest gibt es in einer Urkunde von 1382. Neuenhoven ist also ein sehr alter Wallfahrtsort und einer der ältesten im Rhein-Kreis Neuss. Die Reliquien der 14 Nothelfer sind jedoch erst im 19. Jahrhundert in die Kirche gekommen.

Nach der Abspaltung von der Gemeinde Bedburdyck 1856 wurde die Kapelle im Jahr 1856 zur Pfarrkirche. Einer der ersten Pfarrer in Neuenhoven ließ die Überreste der 14 Heiligen, hauptsächlich Knochensplitter, herbringen und das Gnadenbild mit den 14 Nothelfern anfertigen.

Aber warum es ausgerechnet 14 Nothelfer sind und weshalb gerade diese Heiligen, ist nicht ganz nachvollziehbar. Einige sind bekannt, andere in Vergessenheit geraten, für jeden ist aber der richtige „Ansprechpartner“ dabei. Auch außerhalb der Wallfahrtsoktav kommen häufig Pilger in die kleine Kirche nach Neuenhoven.