Neue Seelsorger, neuer Sendungsraum: Neusser Kirche im Umbruch

Der neue Oberpfarrer Andreas Süß feierte in der Basilika St. Quirin seinen ersten Gottesdienst mit den Neussern. Foto: TZ

Von der Marienkirche im Norden bis Rosellen im Süden, von St. Pius im Westen bis Uedesheim im Osten reicht der neue Sendungsraum mit über 41.000 Katholiken, in dem jetzt die Zukunft der örtlichen Kirche gestaltet werden soll. Zum Start feierte Andreas Süß, der neue leitende Pfarrer, mit seinen Mitbrüdern eine eindrucksvolle Messe.

Die Gläubigen aus den bisherigen Seelsorgebereichen Neuss-Mitte, Neusser Süden und Rund um die Erftmündung setzten gleich ein Zeichen der Gemeinsamkeit. Der Gottesdienst war seit Anfang Juni von Mitgliedern der Pfarrgemeinderäte, des Kernteams, der Kirchenvorstände sowie den Kirchenmusikern und Seelsorgern der zwölf Gemeinden vorbereitet worden. Fahnen etlicher Gruppen waren zu sehen. Zahlreiche Messdiener mit Schutzmasken nahmen an der Einzugsprozession teil.

„Eine neue Zeit bricht an. Wir wollen eine offene Kirche sein, in der jede und jeder willkommen ist. Ich freue mich darauf“, so Süß. Der große Einsatz des Vorbereitungsteams zeige, „dass wir uns nun gemeinsam als Katholikinnen und Katholiken im neuen Sendungsraum mit Gottes Hilfe auf den Weg machen wollen“. Da wegen der Corona-Beschränkungen nicht alle Gläubigen in die Basilika konnten, wurde der Gottesdienst übertragen auf einem YouTube-Kanal sowie auf einen Großbildschirm auf dem Münsterplatz.

Trotz Corona-Abstand sehr herzlich war dort die Begegnung, als die Gläubigen ihre neuen Pastoralkräfte willkommen geheißen haben. Im Gottesdienst zum Start des Sendungsraums Neuss hatte Kreisdechant Hans-Günther Korr die Seelsorger zuvor in ihr Amt eingeführt. Es sind Andreas Süß, leitender Pfarrer und Oberpfarrer an der Basilika St. Quirin, sowie Pfarrvikar Markus Polders, Spiritaner-Pater Job Addai und Kaplan Javier Del Rio Blay.

„Mit dem Beginn eines neuen Pfarrers sind viele Erwartungen verbunden, und ich hoffe sehr auf Ihr und Euer Wohlwollen, dass wir es gemeinsam mit Gottes Hilfe schaffen können, weiterhin die frohe Botschaft Jesu Christi auch in diese Zeit hineinzutragen, die in vielerlei Hinsicht Hoffnung, Trost und Liebe bedarf“, hatte Süß zuvor an die Gemeinden geschrieben.

Er wurde 1975 in Hilden geboren und wuchs in Monheim auf, wo er als Jugendchorsänger, Lektor, Firmkatechet und Mitglied des Kirchenvorstands engagiert war. Besonders bewegend war für ihn der Weltjugendtag 2005. Aus dieser Erfahrung heraus startete er die Initiative „Nightfever“, bei der junge Menschen samstagabends Passanten einladen, in die Kirche zu kommen. Süß wurde 2008 zum Priester geweiht und wirkte seit 2015 als Pfarrer in Bensberg und Moitzfeld. In den kommenden Wochen feiert er jeweils erste Messen in den Gemeinden mit anschließender Begegnung auf dem Kirchplatz.