Kirche ist offen: Junge Christen für offene Gespräche in der katholischen Kirche

Kirche ist offen: Junge Katholiken aus dem Rhein-Kreis Neuss demonstrieren für mehr Gesprächsbereitschaft.
Kirche ist offen: Junge Katholiken aus dem Rhein-Kreis Neuss demonstrieren für mehr Gesprächsbereitschaft.
Anfang Mai haben deutschlandweit Priester in über 100 Gemeinden entgegen eines vatikanischen Beschlusses homosexuelle Paare gesegnet. Damit haben sie für viel Wirbel innerhalb der katholischen Kirche gesorgt. An diese #liebegewinnt-Aktion knüpfen junge Menschen aus dem Rhein-Kreis Neuss jetzt an.
 
Katholische Jugendgruppen hingen an neun Orten ein eigens entworfenes Banner auf. Mitinitiator Lars Strohschein erklärt, wieso es wieder eine Aktion braucht: „Jetzt im Juni wird überall auf der Welt anlässlich des Pride-Monats auf die Rechte und Situation der LGBTQI+-
Community hingewiesen. Wir bemerken, dass viele Menschen in der Kirche schon längst für eine Öffnung der katholischen Lehre sind. Mit der Aktion wollen wir den Diskurs hier an der Basis beleben. Sie soll vor allem ein Zeichen nach außen senden und zeigen, dass die Kirche sich weiterentwickeln muss und die Menschen vor Ort dazu bereit sind.”
 
Das Banner verbindet die Regenbogenfahne mit einer eindeutigen Botschaft: „Kirche ist offen.“ Messdiener-Leiterin Melissa Kirchhoff erklärt, woher der Slogan kommt: „Wir haben einen Slogan weitergedacht, der an unserer Kirchen-Mauer bereits seit vielen Jahren hängt. Unsere Kirche ist nicht nur täglich zum Besuch geöffnet, sondern auch im übertragenen Sinne für alle offen, die Teil der katholischen Kirche sein wollen – und ihre Partnerschaft unter Gottes Segen stellen wollen!”
 
In einer Erklärung auf der Website der Kolpingjugend St. Peter in Rosellen zu der Aktion betonen die Ehrenamtlichen aber auch, dass es bei der Aktion um den Austausch innerhalb der Kirche geht: „Wir möchten die Kirche bereichern: Durch unser ehrenamtliches Wirken in der Kinder- und Jugendarbeit. Durch unseren Dienst am Altar während der heiligen Messe. Durch unser Leben. Dabei können und dürfen wir unseren Überzeugungen nicht untreu werden – wir stehen ein für Respekt, Toleranz und Nächstenliebe. Aus diesem Grund möchten wir nicht den Weg des Austrittes wählen, sondern möchten die Kirche verbessern.”
 
Teil der Aktion sind die folgenden Jugendgruppen: Messdiener aus St. Cyriakus Grimlinghausen, St. Paulus Weckhoven, St. Peter Hoisten, St. Andreas Norf, St. Peter Rosellen, St. Nikolaus Osterath, St. Konrad Gnadental, St. Antonius Vorst, St. Stephanus Lank, der „Dompunks“- Jugendchor und die Kolpingjugend Rosellen.