Gustorf: Trauer um langjährigen Ortspfarrer Pater Harrie de Zwart

Pater Harrie de Zwart ist im Alter von 90 Jahren verstorben.
Pater Harrie de Zwart ist im Alter von 90 Jahren verstorben.

Mit großer Traurigkeit haben sich die Grevenbroicher Katholiken von Assumptionisten-Pater Harrie de Zwart verabschiedet, der im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Der beliebte Seelsorger war Ehrenpräses der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Gindorf und des Bezirksverbands Grevenbroich der Schützenbruderschaften, Ehrenmitglied des Bürger-Schützenvereins der Pfarre Gustorf und Ehrenmitglied des Volks- und Heimatvereins Laach.

Harrie de Zwart erblickte 1930 im niederländischen Tilburg das Licht der Welt und erhielt 1975 seine Ernennung zum Pfarrer an St. Mariä Himmelfahrt in Gustorf. Seine offizielle Amtseinführung erfolgt am 8. Februar 1976. Mit der Ernennung erhielt er gleichzeitig auch die Berufung zum Präses der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Gindorf. Seit 1976 hat de Zwart sich dann entweder aufgrund des ihm übertragenen Amtes oder einfach als Priester, Seelsorger und Mensch über viele Jahre hinweg für die Belange des heimischen Brauchtums in seiner Heimatpfarrei, aber auch weit über die Ortsgrenzen hinaus in außergewöhnlicher Weise verdient gemacht. Bis zu seinem Wechsel in den priesterlichen „Unruhestand“ im Jahr 2004, der ihn dann für einige Jahre nach Malmedy in Belgien führte, wirkte er so mit segensreicher Hand, insbesondere in seiner Heimatpfarre mit den Gemeinden Gustorf, Gindorf und Laach.

Die Restaurierung des neugotischen „Doms an der Erft“, die Komplettierung des Kirchengeläuts, der Neubau des Gindorfer Heiligenhäuschens, die Anschaffung eines aus 37 Bronzeglocken bestehenden Carillons für die Gustorfer Pfarrkirche, die Rückführung der Replikate der Gustorfer Chorschranken, der Bau von Altenwohnungen und die Sanierung des Pfarrheims im Ort seien nur als Stichworte für sein vielfältiges seelsorgerisches Wirken wiedergegeben. Seine Liebe zu seiner Wahl-Heimat dokumentierte Harrie de Zwart durch seine Verbundenheit zu den dort lebenden Menschen, sein gesellschaftliches Engagement bei den Schützen und Karnevalisten im Ort. So repräsentierte er die Bruderschaft Gindorf im Jahr 2001 als Schützenkönig und erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrentitel.

Als Priester in Ruhe kehrte er im Jahr 2014 wieder – wie er selbst es formulierte „nach Hause“ – nach Gustorf zurück und verbrachte seinen Lebensabend im Seniorenstift St. Josef. Bis kurz vor seinem Tod feierte de Zwart Gottesdienst, entweder in der Kapelle des Seniorenstifts oder aber jeden Samstagabend in der Gustorfer Pfarrkirche. Weder die Corona-Pandemie noch der Rollstuhl, auf den er in den letzten Jahren angewiesen war, hielten ihn hiervon ab. In den vielen Jahrzehnten seines beispielhaften Wirkens hat er Menschen und Generation geprägt und hat ihnen Werte wie Dankbarkeit, Wertschätzung, Freundschaft und Heimatliebe vermittelt und vorgelebt.